Arbeitskreis Segetalflora – Ackerwildkräuter schützen und fördern
Die Floristisch-soziologische Arbeitsgemeinschaft hat im Herbst 2026 den Arbeitskreis Segetalflora gegründet. Segetalflora bezeichnet die Ackerwildkräuter, also jene Pflanzen, die seit Jahrtausenden gemeinsam mit unseren Kulturpflanzen auf Äckern wachsen. Ziel des Arbeitskreises ist die Förderung der Ackerwildkrautflora in Deutschland und die Vernetzung der Akteure im Ackerwildkrautschutz.
Viele Ackerwildkräuter wie Kornrade, Adonisröschen oder Venus-Frauenspiegel sind heute selten geworden. Sie zählen zu den am stärksten gefährdeten Pflanzengruppen in Deutschland und sind gleichzeitig Lebensgrundlage für Insekten, Feldvögel und viele weitere Arten. Ihr Schutz ist damit ein wichtiger Beitrag zur Artenvielfalt in der Agrarlandschaft.
Der Arbeitskreis ist aus der Arbeitsgruppe Segetalflora hervorgegangen. Diese hat sich im Rahmen des Projekts „100 Äcker für die Vielfalt“ sowie durch das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) initiierte Vorhaben „Nachhaltige Förderung der Agrophytodiversität in Deutschland – Vernetzung der Akteure“ etabliert. Mehr zu diesem Projekt und den bundesweiten Schutzäckern findest du hier auf der Seite.
Ziele des Arbeitskreises
- Vernetzung und Fachaustausch: Der Arbeitskreis verbindet derzeit mehr als 1.400 Kontakte im Ackerwildkrautschutz, unter anderem über den regelmäßigen Newsletter „Ackerpost“ und diese Webseite.
- Wissenschaftliche Fortbildung: Die Mitglieder bilden sich gemeinsam fort, um die Erforschung und den Schutz der Segetalflora voranzubringen.
- Ackerwildkrauttagungen: Jedes Jahr richtet der Arbeitskreis eine Tagung mit Vorträgen und Exkursionen an wechselnden Orten aus, die das Wissen über Ackerwildkräuter und ihren Schutz vermittelt und vertieft.
- Veröffentlichungen: Wissenschaftliche Arbeiten aus dem Tätigkeitsbereich des Arbeitskreises erscheinen in der Zeitschrift „Tuexenia“.
Exkursionstagungen zum Schutz der Ackerwildkräuter
Seit 2007 finden die Exkursionstagungen zum Schutz der Ackerwildkräuter an wechselnden Orten in Deutschland und im benachbarten Ausland statt, in enger Zusammenarbeit mit Partnern vor Ort.
Am ersten Tag geben Vorträge Einblicke in aktuelle Projekte und neue Erkenntnisse aus Forschung und Praxis. An den beiden folgenden Tagen führen Exkursionen zu naturschutzfachlich bedeutsamen Äckern, auf denen seltene und typische Ackerwildkräuter vorgestellt werden. Dabei geht es unter anderem um konkrete Schutzprojekte und -initiativen, um Nutzungsempfehlungen und um den Umgang mit dem verstärkten Aufkommen von Problemarten.
Einen Eindruck vermittelt die Tagung 2026 in Rheinland-Pfalz mit allen Vorträgen und Postern. Eine Übersicht der gefährdeten Ackerwildkräuter in Deutschland findest du in unserer Artenliste.
